Unsere neue Schützenfahne und Jungschützenstandarte

Am Schützenfestsamstag (23.05.) werden unsere neue Schützenfahne und Jungschützenstandarte im Rahmen des Zapfenstreichs um 18.30 Uhr durch Diakon Heinz Kaupenjohann eingeweiht. Hier stellen wir die Fahnen jetzt schon vor und blicken auch auf unsere bisherigen Fahnen zurück.

Ein starkes Symbol für Glaube, Gemeinschaft und Heimat

Die neue Bruderschaftsfahne ist bereits die dritte in der langen Vereinsgeschichte seit der Gründung im Jahr 1933. Die Vorderseite zeigt Jesus als den Guten Hirten, ergänzt durch den Schriftzug „Glaube, Sitte, Heimat, Druffel“. Die Darstellung orientiert sich an einem etwa fünf Meter hohen Teilmosaik im Chorraum der Herz-Jesu-Kirche in Druffel. Damit wird bewusst eine Verbindung zwischen Kirche und Bruderschaft geschaffen. Eine Verbindung, die angesichts der wahrscheinlich bevorstehenden Profanierung des Gotteshauses eine neue, lebendige Form erhält.

Dabei reicht die Geschichte der Bruderschaft sogar weiter zurück als die der Kirche selbst, die 1956 geweiht wurde. Bereits bei der Grundsteinlegung am 30. Oktober 1955 war die erste Fahne der Bruderschaft präsent. Mit dem Kirchenbau entwickelte sich damals auch der Ortskern Druffels: Es folgten der Schulneubau im Jahr 1960 sowie die Verlagerung des Schützenfestes in die Dorfmitte. All das unterstreicht die enge Verknüpfung von Schützenbruderschaft und Dorfgemeinschaft.

Die Rückseite der neuen Fahne zeigt das Druffeler Gemeindewappen sowie die Inschrift „St. Johannes Schützenbruderschaft Druffel 1933“. Das Wappen, offiziell genehmigt im Jahr 1953, erzählt von der über 1000-jährigen Siedlungsgeschichte der Gemarkung. Die drei dargestellten Bäume symbolisieren die Urhöfe Meyer zu Hard, Meier zu Vogt und Meier zu Druffel. Obwohl sie ursprünglich als Linden beschrieben wurden, prägen heute drei Eichen, die 1964 vor dem heutigen Bürgerhaus gepflanzt wurden, das Ortsbild und die Wahrnehmung des Wappens. Die gemeinsame Baumkrone steht sinnbildlich für den starken Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.

Die Jugend als Zukunft der Bruderschaft

Auch die Jungschützen erhalten mit der neuen Standarte ein zeitgemäßes und zugleich traditionsbewusstes Symbol. Die Vorderseite zeigt den Jungschützenvogel sowie das klassische Schützensymbol, ergänzt durch die Jahreszahlen 1958 und 2025. Während der Vogel für Gemeinschaft und fairen Wettkampf steht, symbolisiert das Schützenzeichen Zusammenhalt und Engagement innerhalb der Bruderschaft.

Die Rückseite greift erneut das Druffeler Wappen auf und trägt die Inschrift „Jungschützen St. Johannes Schützenbruderschaft Druffel“. Damit wird bewusst die enge Verbindung zwischen Nachwuchs, Verein und Heimatort betont und zugleich ein klares Zeichen gesetzt: Die Zukunft der Bruderschaft liegt in den Händen der jungen Generation.

Ein langer Weg bis zur Fertigstellung

Der Weg zu den neuen Fahnen war geprägt von Engagement, Diskussionen und sorgfältiger Planung. In den vergangenen zehn Jahren hatten die bisherige Fahne und Standarte zunehmend unter Verschleiß gelitten. Eine Erneuerung wurde unausweichlich.

Als treibende Kraft galt lange Zeit Bernhard Hollenbeck, bis 2022 erster Fahnenoffizier. Ab 2023 gewann das Projekt weiter an Dynamik: Sein Nachfolger Uli Wittreck sowie Oberst Thomas Kofort brachten den Prozess voran.

In der zweiten Jahreshälfte 2024 begann die intensive Phase der Gestaltung. Angebote wurden eingeholt, Motive und Farben diskutiert. Im Jahr 2025 reisten Thomas Kofort und Uli Wittreck schließlich ins sächsische Eibenstock zur Firma Fahnen Dirsch. Die fachkundige Beratung, das überzeugende handwerkliche Können und ein faires Angebot führten zur Auftragsvergabe. Im März 2026 konnten die fertige Fahne und die Standarte schließlich abgeholt werden.

Gemeinschaftliche Finanzierung

Die Finanzierung der neuen Vereinssymbole wurde durch eine breite Unterstützung ermöglicht. Zuwendungen der Rietberger Bürgerstiftung, des Bürgerhausvereins Druffel, Mittel aus der Vereinskasse sowie erste private Spenden trugen maßgeblich zur Umsetzung bei.

Ein Blick zurück

Die Geschichte der Fahnen in Druffel reicht bis ins Jahr 1952 zurück. Die erste Fahne wurde im Benediktinerinnenkloster Varensell gefertigt und kostete 800 D-Mark. Sie zeigte den Heiligen Johannes sowie das „Lamm Gottes“ mit Bezug auf das Johannesevangelium. Eine zweite Fahne folgte 1987, gestaltet von engagierten Vereinsmitgliedern.

Auch die erste Jungschützenstandarte aus dem Jahr 1983 entstand in Eigenarbeit – ein Gemeinschaftsprojekt, das den Zusammenhalt der Bruderschaft eindrucksvoll widerspiegelte.

Tradition im Wandel bewahren

Mit der neuen Bruderschaftsfahne und der Jungschützenstandarte schlägt die St. Johannes Schützenbruderschaft Druffel ein neues Kapitel ihrer Geschichte auf. Die kunstvollen Stücke sind weit mehr als dekorative Elemente: Sie sind Ausdruck gelebter Werte, historischer Verbundenheit und eines starken Gemeinschaftsgefühls.

In einer Zeit des Wandels setzen sie ein klares Zeichen: Tradition bleibt lebendig, wenn sie bewusst gepflegt und gleichzeitig weiterentwickelt wird.